Die Bundesgartenschau fand vom 14. April bis zum 8. Oktober 2023 in Mannheim auf dem ehemaligen Spinelli-Militärgelände an der Feudenheimer Au zwischen Käfertal und Feudenheim und im Luisenpark statt. Die Gondel diente als Verbindung zwischen dem ehemaligen Spinelli-Militärgelände und dem Luisenpark, dem ehemaligen Gelände der Bundesgartenschau 1975.
Doch seit 1975 hat sich viel verändert und somit auch die Bundesgartenschau. Die BUGA 23 widmete sich dem großen Thema Nachhaltigkeit und der damit verbundenen Umsetzung. Ob Klimawandel, erneuerbare Energien, nachwachsende Rohstoffe, insektenfreundliche Pflanzen oder ökologischer Landwirtschaft – die BUGA greift viele Themen der Nachhaltigkeit auf und setzt sie in ihrer Planung um. Ein tolles Beispiel ist die die solarbetriebene Bimmelbahn oder die Nutzung des Geländes als Baumschule und die damit verbundene Verteilung der über 1.000 Bäume in Mannheim.
Friedhofsgärtnerinnen-Azubi Lina auf der Bundesgartenschau
Der Bund der deutschen Friedhofsgärtner organisiert einen Austausch zwischen Friedhofsgärtnereien deutschlandweit und der Bundesgartenschau. Auszubildende haben die große Chance, an dem Pflegemodell für den Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“ mitzuwirken. So auch unsere Auszubildende Lina, die hier von ihren Erfahrungen auf der Bundesgartenschau berichtet.
Die Azubis pflegen nicht nur die 60 Schaugräber, sondern können sich spannende und sehr lehrreiche Vorträge zu differenzierten gärtnerischen Thematiken anhören. Das Spektrum reichte von der Tomatenzucht bis hin zur Begrünung von Dächern. Zudem waren die Schaugräber Teil des Wettbewerbs der deutschen Friedhofsgärtner. Ein Wettbewerb, in dem sich teilnehmende Friedhofsgärtnereien immer wieder aufs Neue gegenseitig fordern und inspirieren.
Ich lernte neue Bodendecker, Solitärgehölze und Pflanzkombinationen kennen. Zugleich wurde mein Auge für Farb- und Formkompositionen geschult. Vor allem die Besucher waren von den vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten fasziniert. Viele Besucher meinten, dass der Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“ mit Abstand ihr Highlight auf der Bundesgartenschau war, dem kann ich mich persönlich nur anschließen.

Eine von sechszig vielfältigen Grabstellen, die Azubi Lina auf der BUGA gepflegt hat.
Angelegt wurde es von der Firma Blumen Merk-Weis.
Alle Grabstellen und Preisauszeichnungen sind hier zu finden.
Einfluss der Bundesgartenschau in Mannheim
Das Thema Nachhaltigkeit wird zunehmend aktueller und ist an keinem Ort in Deutschland so notwendig wie in Mannheim. Das ehemalige Spinelli-Militär Gelände wurde nicht grundlos abgerissen und somit entsiegelt. Der künftige Spinelli-Park dient als Versickerungsfläche und fungiert als Gewinnung von Grundwasser, denn 66,39 % der Fläche von Mannheim ist versiegelt. Durch die zunehmende Versiegelung in den letzten Jahren und dem ansteigenden Verbrauch von Grundwasser sinkt der Grundwasserspiegel drastisch. Deutschland hat in den letzten 20 Jahren 15,2 Kubikkilometer Wasser verloren, pro Jahr 0,76 Kubikkilometer. Unter anderem dient der Spinneli-Park als Frischluftschneise für die Innenstadt, denn Mannheim wird zunehmend heißer und ähnelt Jahr zu Jahr mehr dem südlichen Klima. Dies macht sich besonders in der Flora und Fauna bemerkbar. Die BUGA 23 greift genau diese Problematik auf und versucht sie bewusst spielerisch an Jung und Alt zu vermitteln.
Gelebte Nachhaltigkeit auf dem Friedhof
Auch die Friedhofskultur im Norden wird sich dem anpassen müssen. Auch mein Ausbildungsbetrieb, die Friedhofsgärtnerei Burmester, hat dies früh erkannt und beispielsweise in Form eines insektenfreundlichen Urnenfeldes mit Staudenbepflanzung reagiert. In der Zukunft werden naturnahe Urnenfelder sowie Memoriamgärten zunehmend wichtiger. Es liegt an uns allen, mit unseren Entscheidungen zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen.

Bundesgartenschau 2023 in herbstlicher Bepflanzung
